szmmctag

  • It's not what you say, but how you say it (32)


    Vetusta Morla - Copenhague

    Das Leben geht wirklich weiter. Fast wäre es so richtig in Fahrt gekommen mit einem für mich viel zu hübschen Jungen. Meine Traumschlösser standen schon, aber manchmal spielt das Leben einfach nicht mit. Ich höre immer und immer wieder das gleiche Lied und denke an sein schönes Gesicht, weil ich so oberflächlich bin. Und ich reisse die Traumschlösser wieder ab. Ich denke daran, wie es ihm wohl im Moment geht. Morgen ist scheinbar die Beerdigung. Jeden Abend, wenn ich weggehe, hoffe ich, dass ich ihn sehe. Das Dorf ist nicht gross. Heute gehen wir wieder weg. Ich wollte doch hier einfach ein wenig Spass haben, aber mit so einem hohen Massstab lasse ich es lieber sein. Nur diese doofe Hoffnung muss langsam verschwinden. Mist, mist, mist!

  • 7 Monate

    Vielleicht, vielleicht geht es irgendwann vorbei. Wirklich, endgültig vorbei. Ich wünsche mir, dass irgendwann keine Tränen mehr fliessen. Manchmal ist immer noch alles so hässlich und tut so weh und dann glaube ich, dass ich daran zerbreche. Und dass er jetzt scheinbar eine andere seine Freundin nennt, hat wieder Abgründe aufgerissen. Ich mag nicht glauben, dass er ein anderes Mädchen so lieben kann, wie er mich geliebt hat und dass er jetzt mit ihr all diese kleinen Dinge macht, die er mit mir gemacht hat. Ich will nicht so oberflächlich sein wie er. Aber so tiefgründig zu sein, wie ich es bin, macht das Leben unglaublich schwer.

    Ich hoffe 2013 meint es besser mit mir. Ich bin mir ziemlich sicher.

  • Nichts mehr

    Ich wünschte ich könnte irgendetwas sagen. Irgendetwas, das Sinn macht. Vielleicht sogar etwas Gutes, was ich aus diesem schrecklichen 31. Mai und den Wochen, ja Monaten danach, gelernt habe. Aber ich sitze hier und weine. Und weine und weine. Ich weiss gar nicht, wann das angefangen hat mit dem Weinen, mit der Antriebslosigkeit und dem fehlenden Sinn. Wahrscheinlich schon davor, aber er war ja da, der alles auffangen sollte und immer Schuld war. Manchmal ist es weg und dann, wenn ich denke, alles ist ganz okay, verlaufe ich mich wieder in meinen schrecklichen Gedankengängen. Und dann falle ich tief - jedes Mal noch tiefer. Wie tief falle ich nächstes Mal, wenn ich mich momentan frage, was das hier alles soll, warum ich einfach nur funktioniere, obwohl Leben momentan doch eigentlich gar keinen Spass mehr macht? Und ich habe Angst vor fremden Menschen. Die Panikzustände kann ich besser kontrollieren, doch bekannt kommen sie mir trotzdem vor.

    Der Widerstand gegen irgendwelches chemisches Zeug schwindet langsam. Es gibt kaum mehr einen Grund für dieses vernichtende Gefühl und diesen schrecklichen Druck auf meiner Brust und trotzdem ist es da. In sechzig Jahren oder früher sterbe ich. Warum sollte ich dann noch mehr Zeit vergeuden, wenn es etwas gibt, das mir helfen könnte? Natürlich werde ich weiterhin in die Therapie gehen. Aber momentan kann ich mir nichts mehr geben.

  • Schmerz, Schmerz, Schmerz

    Es gibt Tage, da würde ich am liebsten nicht aufstehen. Weil jede Bewegung, jeder Gedanke, jedes Geräusch weh macht. Manchmal habe ich das Gefühl es zerreisst mich. Und dass es nie aufhören wird weh zu tun. Aber ich darf nicht daran zerbrechen. Das hat er nicht verdient. Ich werde nie verstehen, wie man so etwas tun kann. Wie man sich innerhalb einiger Wochen - eigentlich innerhalb weniger Tage - so verändern kann. Am Donnerstag schrieb er mir noch, wie sehr er mich liebe und blabla. Und einige Tage später passierte das, bei dem mir jetzt noch schlecht wird, wenn ich nur daran denke. Ich verstehe nicht, wie man so durchdrehen und mehr als zwei Jahre einfach so wegwerfen kann. Er wolle nicht mehr heimkommen. Er vermisse gar nichts. Es interessiere ihn überhaupt nicht, was zu Hause läuft. Er fühle sich zum ersten Mal in seinem Leben frei. Und jetzt hüpft er wohl durch die Betten, hat sich ein Tattoo stechen lassen - obwohl er vorher noch meinte er würde sich das gut überlegen, trinkt viel zu viel und schläft viel zu wenig. Niemand versteht ihn. Und ich weiss, dass er es schafft, nicht an mich zu denken. Ich muss aber daran glauben, dass ich ihn wirklich gekannt habe und dass er das alles nur tut, um das zu verdrängen, was er getan hat. Weil er über sein eigenes Verhalten erschrocken ist. Weil er mir gesagt hatte, dass er sich so etwas nie verzeihen könnte. Und sowieso und überhaupt: Dass er das nie tun würde. Ich wünsche ihm sehr, dass er Anfang August hier wieder in der Realität ankommen wird und realisiert, was er da getan hat. Aber vielleicht ist er sogar dafür zu unreflektiert. Womöglich hat er auch das Gefühl, sich jetzt "ausleben" zu können und dann heim und zurück zu mir zu kommen. Weil vielleicht habe ich zu viel getan für ihn.

    Aber ich weiss, dass ich etwas anderes verdient habe. Ich will jemanden, der am Boden bleibt. Jemanden, den ich nicht dauernd belehren muss. Jemand, der über sein eigenes Verhalten nachdenken kann, ohne dass man ihn dauernd darauf hinweisen muss. Ich bin mir sicher, dass es gut ist, wie ich damit umgehe. Ich weine manchmal, schreie, bekomme kaum mehr Luft vor Schmerz, habe Angst, vermisse und verzweifle. Ich fühle mich manchmal stark, wertvoll, schön, befreit und manchmal bin ich davon überzeugt, dass es irgendwann vorbei geht und dass ich irgendwann an ihn denken kann, ohne diesen furchtbaren Druck auf den Brustkorb, der mir momentan so oft die Luft abschnürt. Und ich sage mir nicht, dass er all diese Tränen nicht verdient hat, weil ich es für mich mache und weil ich das brauche, um mit mir ins Reine zu kommen. Etwas, was er vielleicht nie schaffen wird.

    Ben Howard - Keep your Head up
    I'm walkin' back down this mountain
    With the strength of a turnin' tide
    Oh the wind's so soft on my skin,
    The sun so hard upon my side.
    Oh lookin' out at this happiness,
    I search for between the sheets.
    Oh feelin' blind and realize,
    All I was searchin' for was me.

  • Zeit

    Die Zeit vergeht. Manchmal vergeht sie, manchmal nicht. Und dann mache ich mal wieder plötzlich alles kaputt. Oder ich habe zumindest das Gefühl, es zu tun. Aber vielleicht ist es auch okay, nicht perfekt zu sein. Ich wünschte, ich könnte es mir einreden. Etwas weniger als elf Wochen. Fünfundsiebzig Tage. Sechsmillionenfünfhundertsiebzehntausend-undachtzig Sekunden. Ich komme schon alleine klar. Was heisst schon alleine. Ich bin auch vollständig ohne ihn.

    Ich bin nicht alleine, ich habe mich.

    Nur manchmal wäre es schön, in den Arm genommen zu werden. Aber die Zeit vergeht. Momentan schleppend langsam. Was sind denn schon lächerliche zwei Wochen, wenn noch elf folgen. "Eigentlich verging die Zeit ja ganz schnell". Im Nachhinein ist alles ganz lustig anzuschauen.

  • It's not what you say, but how you say it (31)

    TEX - Hallo Julia

    Hallo hallo Julia
    Du haust meine Welt vom Stuhl ja
    Schau wie meine Ohren rot sind
    Schlafen können wir wenn wir tot sind
    ...
    Der Himmel ist ein Nachtzug
    wo am Bahnhof jemand steht
    auf ihren Lieblingsspinner wartet
    und mit ihm nach Hause geht

  • Restgedanken (33)

    Ich merke gerade einmal wieder, wie sehr wir im Reinen sind. Dass ich zu so viel Offenheit fähig bin, hätte ich nie gedacht.

    Keine Geheimnisse.
    Keine peinlichen Momente.
    Keine Angst, Dinge anzusprechen.

    Und gestern war perfekt.

  • "Und man kann nicht einfach aufhören zu leben."

    Einfach nur schreiben. Klare Worte, vernünftige Worte, verständnisvolle Worte.

    "Ich hätte gerne diese Erinnerung an unseren ersten Kuss. Schade. - Mein erster Gedanke war: 'Endlich'. Glaube ich. - Ich habe Angst vor bedingungslosem Ich-will-dich. - Als ich so war, habe ich mich erbärmlich gefühlt. Wertlos. - Alles kann noch so doof sein. Der Mann kann noch so bescheuert sein. Und auch wenn ich meine Gefühle selbst nicht verstehe - wenn ich verliebt bin, geht nichts mehr. Mein Verstand hat keine Macht mehr. Und wenn ich mir die Gefühle selbst verweigern möchte, will ich ihn nur noch mehr. - Es könnte auch anders sein. Und weil ich diesen Gedanken im Hinterkopf habe, geniesse ich. - Und auch mit dem Gedanken, dass es viel bräuchte, bis alles kaputt gehen würde. Aber auch, dass dieses 'Viele' plötzlich kommen kann. - Aber nicht jetzt. - Und man kann nicht einfach aufhören zu leben. - Doch, das könnte man. Aber das wäre eine Handlung aus dem Moment heraus. Aus Verzweiflung. Das Leben hält zu viel bereit."

    Die gelben Blätter fliegen von den Bäumen im kühlen Herbstwind, wenn ich aus dem Fenster schaue während des Mittagessens. Wenn ich es mir so überlege, glaube ich, bin ich ein bisschen erwachsen geworden. Vielleicht ist das alles auch nur Einbildung. Womöglich ist das ganze Erwachsensein eine Illusion. Erwachsensein ist doch, wenn man sich selbst genaustens kennt, nicht? Wenn man weiss, was man als nächstes tun muss. Ich werde nie meine Gefühle und mein Gedankenchaos im Kopf ordnen können. Ich werde niemals genau wissen, wie man eine Beziehung führt. Aber dafür gibt es keine Anleitungen, in der man Punkt für Punkt abarbeiten kann. Trotzdem fühlt es sich richtig an. Aber es werden wieder Fehler folgen. Streite. Doch das Leben ist toll. Es gibt keine schlechten Erfahrungen, aus denen man nicht lernt.

    Ich würde ihn gerne bei der Hand nehmen. Wie ein kleines Kind durch die raschelnden Blätter rennen. Unter den Bäumen, die sich rauschend im Wind bewegen, herumalbern. Meine kalte rote Nase an seine drücken. Und durch die blendende Herbstsonne sein Lächeln einsaugen.

    Ich glaube Erwachsenwerden ist nichts für mich.

    ~Blind Pilot - 3 Rounds and a Sound~
    They're playing our song.
    Can you see the lights?
    Can you hear the hum?
    Of our song. I hope they get it right.
    I hope we dance tonight.
    Before we get it wrong

  • Ende. Oder so...

    Nun bin auch ich an der Stelle angekommen, wo ich mir überlege, meinen Blog zu löschen. Meine Einträge sind langweilig, belanglos, von keinem Interesse. Vielleicht lege ich auch nur eine Pause ein. Und ein neuer Blog käme ebenfalls in Frage. Nur habe ich momentan das Gefühl, irgendwie festzustecken. In den immer gleichen Gefühlen. Möglicherweise hat das 'Sich-selbst-Entdecken' auch irgendwann mal ein Ende. Ich bin achtzehn. Mein Leben ist zufriedenstellend - kein Chaos mehr.

    Ich glaube das war's...

    Vielleicht krieche ich in einigen Tagen auch wieder an, weil mich die Lust zum Schreiben nicht in Ruhe lässt...

  • Zuhause.

    Die nächsten zwei Wochen bin ich in England. Ein wenig ist es immer wie Heimkommen. Doch irgendwie bleibt dieses Mal ein grosses Stück Heimat zurück. Er wird mir ein klitzekleines bisschen fehlen.

    ~Robert Francis - Junebug~
    Junebug, I remember everything.
    The blue carpeted floors, the tall wooden doors,
    I held you in my arms.

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